Initiative Haubrich-Forum too late Das Loch European Kunsthalle

Der schöne Josef Wulf Herzogenrath

02.06.2002. Telefoninterview mit Wulf Herzogenrath. Leiter des Kölnischen Kunstvereins von xxxx bis xxxx.

Wulf Herzogenrath: Zur Architektur in Köln möchte ich das wunderbare Zitat von Peter Schwerfel anführen. Leider ist es nicht von mir: "Die Architektur von Köln ist so großartig, dass sie nicht ablenkt von den Gesichtern der Menschen." Das ist eben doch das Wichtige in Köln, dass die Menschen die Stadt gestalten. Leider haben nie wirklich große Architekten sichtbare, öffentliche große Bauten gemacht. Es ist eben doch dieser Klotz vom WDR oder dieser Feuerwehrturm. Was die Sache hier auszeichnet: Ich würde nie behaupten, dass die Kunsthalle, der Kunstverein zu den großen architektonischen Ereignissen gehört, die man nun erhalten müsste, sie sind sicher eher auch banale, sachliche, aber sehr funktionale gute Bauten, mit denen viel bewirkt wurde, an Kunst von Künstlern.

Es ist auch immer eine Frage der Identifikation des Bürgers, des Touristen, wie aber erst recht des Künstlers und des Kunstfreundes, dass etwas mit Erinnerung sich verbindet. Warum sind die Kirchen so wichtig? - Weil sie eben etwas aufnehmen, was dort gewachsen ist. Hier sind immerhin 40 Jahre fast Kunstgeschehen in Köln, aus Köln und aus der Welt für Köln gemacht worden. Viele identifizieren sich damit. Es ist ein Raum, der schwierig ist - die Kunsthalle wie der Kunstverein auch - aber man kann damit variabel, man kann sehr lebendig damit arbeiten.

Sehr viele große Ereignisse, Happenings und Fluxusausstellungen wie die ersten Retrospektiven von Paik, von Peter Klemphus, von Rebecca Horn oder Jim Tourrell bleiben lebendig. Von meiner Nachfolgerin sind großartige Dinge gemacht worden, danach von Kittelmann: Majerus, Douglas Gordon, um einfach nur ein paar Namen zu sagen. Dort ist ein Raum geschaffen worden, es ist von Künstlern benutzt worden. Klaus von Bruch hat eine Installation so gemacht, wie Sol LeWitt Wandbilder damals in meiner Zeit gemacht hat. Es ist einfach etwas, was sich in die Herzen der Kölner dort eingeschrieben hat. Auf der anderen Seite - klar - wenn man für Fluxus ist, muss man auch für Vergänglichkeit sein, muss man sich freuen, dass neue Dinge kommen - nur - ich sehe nicht in Köln, dass die Sorgfalt und die Liebe für die Kunst so da ist, dass man Verbesserungen schafft.